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Hebra Atlas


Ein tätowierter Mann


Homo notis compunctus (Ein tätowierter Mann).
Farblithographie von Carl Heitzmann. Heft VIII, Tafel 10, 59x45 cm (1872). Farbkopie.

Ein tätowierter Mann

Ferdinand von Hebra hat den tätowierten Mann, den er als kerngesund bezeichnet, für seinen Hautatlas ausgewählt, weil er glaubte, ”die Seltenheit des Falles einer allgemeinen, künstlerisch vollendeten Tättowirung der Haut eines Menschen der kaukasischen Raçe” seinem Publikum nicht vorenthalten zu können. Kuriosität und nicht Krankheit waren ausschlaggebend für die Veröffentlichung. In seiner Beschreibung des Bildes zählt er nicht nur die Gesamtsumme, die Verteilung über die einzelnen Körperregionen, die Farbe, sondern auch die verschiedenen Motive der Tätowierungen, hauptsächlich aus dem Tier und Pflanzenreich, auf. Danach beschreibt er das verwendete Instrument, eine spitze nadelförmige ”Schreibfeder”, mit der die Farbe durch schnelle Stiche in die Haut eingebracht wird. Als Motiv für seine Tätowierung gab der Dargestellte an, ”dass er im Jahre 1867 in der chinesischen Tartarei als Gefangener darum tättowirt worden sei, um seinen Landsleuten als Gebrandmarkter zum abschreckenden Beispiele zu dienen und ihnen ihr Handwerk Schmuggel oder Seeräuberei zu verleiden.”

Für die Ärzte im 19. Jahrhundert waren Tätowierungen nur insofern von Bedeutung, ”als in Folge der Gewohnheit, die Nadel mit Speichel zu benetzen, damit der Farbstoff daran haften bleibe, mehrfach Infectionen mit Syphilis vorgekommen sind.” Die Aufgabe des Arztes in heutiger Zeit ist die Entfernung von nicht mehr gewünschten beziehungsweise unbeabsichtigten Tätowierungen. Letztere entstehen durch Eindringen von Schmutz, Kohlenstaub bei Bergarbeitern, Metallsplittern oder Schießpulver in Verletzungen der Haut. Sie werden unter Narkose mit Nylonbürsten, die mit Kochsalzlösung angefeuchtet sind, bis auf die Unterhaut abgerieben. Kleine dekorative Tätowierungen entfernt man durch Herausschneiden des Gewebes. Die Abschleifung mit der hochtourigen Fräse (Dermabrasion) wird bei großflächigen Zeichnungen angewendet.