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Hebra Atlas


Albinismus


Leukoderma congeniale. Albinismus.
Farblithographie von Carl Heitzmann. Heft VIII, Tafel 1, 59 x 45 cm (1872). Farbkopie.

Albinismus
In seinem Kapitel über Pigmentanomalien der Haut teilt Ferdinand von Hebra die Pigmentmangelerkrankungen in verschiedene Gruppen ein und versucht damit, der zu seiner Zeit herrschenden Begriffsverwirrung auf diesem Gebiet ein Ende zu setzen. Er unterscheidet zunächst den angeborenen Pigmentmangel (Albinismus) vom erworbenen Pigmentmangel (Vitiligo). Den Albinismus unterteilt er dann noch einmal in den Albinismus universalis, der sich über den ganzen Körper erstreckt und den Albinismus partialis, der auf einzelne Hautpartien beschränkt bleibt. Nach Lesser ist am besten und am längsten von diesen drei Pigmentstörungen der Albinismus universalis bekannt, “schon aus dem Grunde, weil die davon Betroffenen ein im höchsten Grade auch für Laien auffälliges Aeussere besitzen und sogar vielfach als Objecte der Schaustellung gedient haben und noch dienen.”

Albinos haben eine mattweiße Haut und sehr feine weiße oder hellgelbliche Kopfhaare. Die Iris ihrer Augen erscheint rosa bis rot, da aufgrund der fehlenden Pigmente die Blutgefäße durchscheinen. Albinos sind nach von Hebra im allgemeinen von zarter Konstitution, weisen jedoch neben dem Pigmentmangel völlig normale Hautfunktionen auf. Da eine Häufung von Albinos unter Geschwistern beobachtet worden ist, nimmt Lesser bereits eine erbliche Komponente als Ursache der Erkrankung an.

Heute ist bekannt, daß das Leiden auf einen genetischen Defekt zurückzuführen ist. In der Haut kann der für die Pigmentierung erforderliche schwarze Hautfarbstoff (Melanin) nicht gebildet werden. Die Haut erscheint daher weiß und ist extrem lichtempfindlich. Da bei Albinismus bereits kurzfristige Sonnenbestrahlung zur Bildung von Bläschen führt, muß auf besonderen Schutz der Haut geachtet werden. Ein Ersatz des fehlenden Pigmentfarbstoffs durch Gabe von Medikamenten ist nicht möglich.