Ichthyosis hystrix II


Ichthyosis hystrix.
Farblithographie von Anton Elfinger. Heft III, Tafel I, 59 x 45 cm (1859).

Fischschuppenkrankheit (Ichthyosis)

Ferdinand von Hebra schreibt, daß unter dem FischschuppenAusschlag ”jene krankhafte Veränderung zunächst der Epidermis und sodann der Cutis verstanden [wird], welche sich durch Bildung weisser, papierdünner, oder dunkelgefärbter, grüner, brauner bis schwarzer, rauh anzufühlender Epidermalmassen auszeichnet, welche auf der untergelagerten Cutis fest adhäriren, und im Normalzustande die die Oberhaut durchkreuzenden Linien und Furchen in einer viel deutlicheren und prägnanteren Weise hervortreten lassen.” Seit dem Mittelalter haben Ärzte die Ichthyosis durch Vergleiche mit der Haut von Tieren beschrieben. Die verschiedenen Krankheitsbilder erhielten Namen wie Perlmutt, Fischschuppen oder Schlangenhautichthyosis. Dabei handelt es sich immer um Verhornungsstörungen, die in früher Kindheit auftreten, sich bis zur Pubertät steigern und dann im wesentlichen unverändert bleiben. Auffallend ist, daß meist in periodischer Weise jeden Sommer oder nach akuten fieberhaften Krankheiten eine fast vollständige Abschuppung (”Mauserung”) einsetzt. Die Verschuppung beginnt dann neu. Der Patient empfindet in der Regel keine Schmerzen. Nur bei stärkerer Ausprägung können über den Gelenken tiefe Hautrisse (Rhagaden) entstehen. Ichthyose ist eine erbliche Erkrankung. Die Therapie besteht aus zwei Teilen: Zuerst werden durch Einreibungen mit ”grüner Seife” oder durch häufige Bäder die Hornmassen entfernt. Im weiteren Verlauf der Behandlung muß die Haut geschmeidig gehalten und die Bildung neuer Schuppen unterbunden werden. Empfohlen werden wiederum Bäder, in deren Anschluß die Haut mit Vaseline oder einer ”indifferenten Salbe” eingerieben wird.

Die Therapie der Ichthyosis hat sich bis heute nicht verändert. Wasser kombiniert mit intensiv rückfettender Hautpflege bildet immer noch die Grundlage der Behandlung. In schweren Fällen können zusätzlich orale einzunehmende Derivate der Vitamin ASäure (Retinoide) oder Kortikoide verschrieben werden.