Herpes Zoster faciei et capitillii


Herpes Zoster faciei et capitillii.
Farblithographie von Carl Heitzmann. Heft VI, Tafel 7, 59 x 45 cm (1866). Farbkopie.

Gürtelrose (Herpes zoster)

Ferdinand von Hebra und seine Zeitgenossen beschreiben die Gürtelrose bereits als ein eigenständiges Krankheitsbild: In den ”Verästelungsgebiete[n] der peripherischen Nerven der Haut” bilden sich gruppenförmig zusammenstehende Bläschen aus. Hinzu kommen mehr oder weniger intensive Nervenschmerzen sowie eine Überempfindlichkeit des betroffenen Hautareals. Die wasserklare Flüssigkeit der HerpesBläschen trübt allmählich eitrig ein. Die Pusteln vertrocknen zu Borken, die 3 bis 4 Wochen nach Krankheitsbeginn abfallen. Als Ursache des Leidens vermuten schon die Dermatologen des 19. Jahrhunderts eine Erkrankung des Nervensystems. Es wird sogar eine ”acute Infectionskrankheit” durch Übertragung eines unbekannten Keims diskutiert. Eine spezifische Therapie ist nicht bekannt. Daher richten sich die Maßnahmen gegen die Symptome. Gegen stärkere Schmerzen wird Morphium verabreicht. Leichte, mit Watte gepolsterte Verbände schirmen die überempfindlichen Hautregionen gegen äußere Reize ab. Nur bei tiefreichenden Schorfbildungen wird unter den Bandagen Jodoform oder Borvaseline zur Desinfektion aufgetragen.

Heute weiß man, daß die Gürtelrose eine Viruskrankheit ist. Der gleiche Erreger, der in der Kindheit zu Windpocken führt, verursacht beim Erwachsenen den Herpes zoster. Dabei versteckt sich der Keim oft jahrzehntelang in den Nervenknoten und nutzt schließlich eine momentane oder generelle Immunschwäche des Organismus, um die charakteristischen Krankheitszeichen hervorzurufen. Die Therapie der Gürtelrose zielt inzwischen auf die Ursache. Seit den 1980er Jahren erhalten die Patienten innerlich Aciclovir, einen Wirkstoff, der das Viruswachstum hemmt. Äußerlich werden Schüttelmixturen (z. B. Lotio zinci) zur Austrocknung der Bläschen aufgetragen.